Kamerun

Zentral, Kamerun   – einfach darauf klicken –

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Kamerun vereint all das, was man sich unter Afrika vorstellt:

Afrika im Kleinformat: Kamerun ist ein Schmelztiegel von Völkern und Kulturen. Das Land erstreckt sich vom Atlantik über weite Savannen und felsige Bergketten bis zum Tschadsee. Der Mt. Cameroon gehört schon zum englischsprachigen Südwesten, eine vulkanische Region mit schwarzen Stränden bei Limbe und Königreichen der Bamileké. Kribi am Atlantik wird von 30 km langen Sandstränden gesäumt. Kamerun erscheint mit traditionellen Dörfern, urwüchsigen Märkten und wildreichen Nationalparks wie Afrika wie aus dem Bilderbuch.

In der deutschen Kolonialzeit wurde die gute Infrastruktur des Landes begründet. Man reist sicher und kommt auch individuell gut voran. Die Menschen sind freundlich und von beispielhafter religiöser Toleranz. Unterkünfte findet man überall – oft auch versteckte Lodges und komfortable Hotels, die garantiert Erholung nach einer Rundreise durch das kontrastreiche, kulturell so vielfältige Land bieten.

Immergrüner Regenwald im Süden, vulkanische Bergmassive mit farbig leuchtenden Kraterseen, das weite Grasland der Savannen, Kamerun bietet eine schier unglaubliche Landschaftsvielfalt. Dazu kommen über 200 verschiedene Stammeskulturen mit reichen und langlebigen Traditionen, die sich durch die Mannigfaltigkeit und Vielfalt ihrer Folklore, ihres Kunsthandwerks und ihrer Lebensweisen ausdrücken. Im Bouba-Ndjiida Nationalpark erleben wir die artenreiche Tierwelt der Savanne. Elefanten, Löwen, Giraffen und zahlreiche Antilopenarten sind hier beheimatet. Im Westen beeindrucken lebhafte Märkte, malerische Landschaften und eine lebensfrohe Bevölkerung. Auf unserer letzten Etappe an die Atlantikküste stoßen wir zu Füßen des gigantischen Mount Cameroon auf die Relikte der deutschen Kolonialgeschichte. Wer Zeit für eine Verlängerung hat, kann sich an den von Kokospalmen gesäumten feinsandigen Stränden von Kribi entspannen.

Geschichte von Kamerun:

Das Land Kamerun gibt es in seinen aktuellen Grenzen erst seit Ende des vergangenen Jahrhunderts mit dem Beginn der Kolonialgeschichte. 1960 wurde Kamerun unabhängig und besteht seither in seinen heutigen Grenzen. Nach der prähistorischen Zeit war Kamerun in der Hauptsache von Pygmäen bewohnt. Heutzutage gibt es nur wenige Pygmäen in den südlichen Regenwaldregionen Kameruns. Die Geschichte des heutigen Kamerun ist vor allem durch die Völkerwanderungen der letzten 500 bis 1000 Jahre geprägt. Kamerun war ein Kreuzpunkt vieler Stammeswanderungen und Handelswege. Diese geschichtliche Entwicklung hat dabei zur heutigen Ethnienvielfalt beigetragen. Zwei große Wanderbewegungen werden unterschieden: Die Nord-Südwanderung der Sudanvölker und die Ost-Westwanderungen der Bantuvölker.

Nordkamerun:

Schon im 5. Jahrhundert n. Chr. gibt es Zeugnisse des sagenumwobenen Volkes der Sao. Dieses Volk lebte bereits in bewährten Städten aus Lehm und hatte eine hohe materielle Kultur. Im Raum westlich des Tschadsee entwickelte sich ab dem 8. Jahrhundert ein Staatswesen, das im 16. Jahrhundert unter dem Namen Kanem-Bornuo seinen Höhepunkt erlebte. Diesem Reich verdankt die Region eine strenge materielle und politische Organisation, die Einführung des Islam und den Gebrauch von Ziegelsteinen. Den Expansionsgelüsten dieser Völker ist die relativ dichte Besiedelung der Mandaraberge zu verdanken. Um der Islamisierung und dem Sklavenhunger der Kanem-Bornou zu entgehen zogen sich verschiedene Ethnien, die ethnologisch fast nichts miteinander zu tun hatten, in den Schutz der Mandaraberge zurück. Man fasst diese Ethnien unter dem Sammelbegriff Kirdi (Heiden) zusammen. Der nachhaltig prägende Einfluss der Fulbe in dieser Region setzte erst mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Der letzte Staatengründer alten Stils, Rabah, wurde von den vom Norden eindringenden Franzosen am 04.04.1900 in der Schlacht bei Kousséri geschlagen. Das koloniale Zeitalter hatte damit auch hier begonnen. Im Kontrast zur üppigen Vegetation des Südens ist der Norden das Land der Savanne. Touristisch gesehen ist der Norden eine der interessantesten Regionen des Landes. An der nigerianischen Grenze erstreckt sich das Mandaragebirge, das letzte Glied der Kamerunkette, mit bizarren Felsformationen, terrassenförmig bebauten Hängen und Mondlandschaften aus erodierten Vulkanschloten. In der Gegend von Rhumsiki leben die Ethnien der sogenannten Kirdi, Anhänger des Ahnenkults. Sie leben in kleinen, von Lehmmauern umgebenen Rundhüttendörfern noch ganz ihrer alten Tradition verhaftet. Die Ernte, die sie dem kargen Boden abgewinnen, wird in großen, strohgedeckten Hirsespeichern aufbewahrt. Auch das tierreichste Wildreservat, der Wazapark, liegt im Norden des Landes. Fast alle Steppen- und Savannentiere Afrikas sind hier beheimatet.

Der Süden und das Zentrum:

Die Völker, die den Süden und das Zentrum des Landes bewohnen, stammen aus den östlichen Waldregionen des Kongobeckens und gehören zu den Bantustämmen. Im tropischen Regenwald konnten sich keine Staatsgebilde wie im Norden entwickeln. Verbindungen mit Nachbarvölkern waren selten und arteten immer gleich in Krieg oder Menschenraub aus. Im Gegensatz zu den Völkern des Nordens kamen die Bewohner der Küste erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts durch Seefahrer aus Portugal und Spanien mit dem Rest der Welt in Kontakt.

Westkamerun:

Westkamerun ist hauptsächlich Hochland mit Lagen von 900m bis 2500m über normal null. Seit dem 16. Jahrhundert siedelten in dieser Region Völker an die unter dem Begriff Semi-Bamiliké zusammengefasst werden. Die Bamiliké waren in einer Vielzahl rivalisierender Häuptlingstümer sogenannter Chefferien organisiert, die sich gegenseitig bekämpften und erst im 19. Jahrhundert Beziehungen mit den Stämmen der Küste aufnahmen. Die Landschaft im Westen Kameruns von der Atlantikküste mit ihren tropischen Regenwäldern bis zum Grasland der Hochplateaus, ist von der Natur bevorzugt worden. Hier erstreckt sich eine üppig grüne Hügellandschaft mit fruchtbaren, vulkanischen Böden, durchzogen von zahlreichen Flussläufen, Wasserfällen, Tälern und Kraterseen. Dazwischen befindet sich herrliche Berglandschaft mit Vulkanen. Touristisch bedeutsam ist der Westen aber besonders wegen seines Reichtums an Tradition und Kultur der hier ansässigen Stämme. Die vielen alten Chefferien mit ihren Palästen, deren Traditionen bis heute lebendig blieben, zeugen von der interessanten und reichen Geschichte des Landes. Das einmalige Kunsthandwerk Westkameruns ist weit über die Grenzen Afrikas bekannt. Baffoussam, Foumban und Bamenda sind bekannt für ihre Masken, geschmückten Kostüme, geschnitzten Hocker und perlenverzierten Throne, Pfeifen und Figuren aus gebranntem Ton wie auch Statuen aus Bronze, Holz und Terrakotta.

Der europäische Einfluss:

Im Jahre 1472 erreichten portugiesische Seefahrer unter Fernando Poo die Insel vor der Küste Kameruns, die bis 1969 seinen Namen trug. Sein Schiff ankerte in der Mündung des Wouri Flusses. Die Seefahrer waren verblüfft über die Vielzahl der Krabben und gaben ihm den Namen „Rio dos Cameroes“ und damit auch dem Land seinen Namen. Die Portugiesen trieben Handel mit den Häuptlingen der Douala. Salz, Kupfer und Spirituosen wurden gegen Pfeffer, Palmöl, Elfenbein und Sklaven getauscht. Das Geschäft blühte bis England Mitte des 19. Jahrhunderts den Sklavenhandel nicht mehr dulden wollte. Durch den Sklavenhandel erwuchs dem Empire in den Südstaaten Amerikas eine mächtige Konkurrenz ihrer eigenen Baumwollindustrie, die mit Sklaven aus Afrika als billige Arbeitskräfte versorgt wurde. Die humanitären Beweggründe zum Verbot des Sklavenhandels waren nur vorgeschoben. Am 14.07.1884 wurde von Gustav Nachtigall auf Geheiß Bismarcks die deutsche Flagge hochgezogen. 32 Jahre dauerte das deutsche Protektorat. Noch heute findet man z.B. in Buea Spuren der deutschen Kolonialgeschichte. Im Versailler Vertrag von 1919 wurde Kamerun zwischen England und Frankreich aufgeteilt. Am 1.1.1960 wurde Kamerun in die Unabhängigkeit entlassen. Erster Präsident wurde Ahmadou Ahidjo.

Geographie:

Mit einer Fläche von 475.439 km² ist Kamerun etwa eineinhalb mal so groß wie Deutschland. Kamerun grenzt im Nordosten an den Tschad, im Osten an die Zentralafrikanische Republik, im Süden an Kongo, Gabun und Äquatorialguinea, der Nordwesten und Westen bilden die Staatsgrenze zu Nigeria. Durch seine enorme Nord-Süd Ausdehnung durchschneidet Kamerun die verschiedensten Vegetationszonen. Vom tropischen Regenwald im Süden über die zentrale Hochebene bis hin zu den halbwüstenartigen Trockenzonen des Nordens. Aufgrund dieser einmaligen geographischen Vielfalt trägt Kamerun auch den Beinamen “Miniaturafrika”. Fast alle Landschaftsbilder und Lebensräume des Kontinents finden sich hier: Palmenstrände und Küstenebenen mit Mangrovensümpfen, vulkanisches Bergland, dichte Regenwälder, weite Savannen und Steppen mit Nationalparks und ganz im Norden die wüstenhafte und staubige Sahelzone.

Klima-Reisezeit:

Kamerun liegt in der tropischen Zone und gliedert sich in vier Klimazonen. Der Südosten des Landes ist geprägt durch das äquatoriale Guineaklima mit hohen Niederschlägen und einer jährlichen Durchschnittstemperatur von ca. 27° C. Im Gebiet um Douala sind ca. 240 Regentage pro Jahr zu erwarten, als Regenzeit gilt die Saison von März bis Oktober. Je weiter man in das Landesinnere vorstößt, desto geringer wird die Niederschlagsmenge. So werden bei Yaoundé nur noch ca. 140 Regentage im Jahr gezählt. Als regenreichste Monate gelten Juli bis September. Der Westen Kameruns liegt im äquatorialen Kamerunklima. Charakteristisch sind auch hier ganzjährige Niederschläge und feuchtheißes Klima. Im Norden schließt sich das semiaride Sudanklima mit einer ausgeprägten trocken- und einer kurzen Regenzeit an. Die Temperaturen liegen hier im Schnitt bei ca. 25° C. Das klassische Sudanklima findet man nördlich von Garoua mit Jahreshöchsttemperaturen von über 40° C und geringen Niederschlägen. Die heißeste Jahreszeit ist von Dezember bis Juni. Als beste Reisezeit für Kamerun gelten die Monate von November bis Mai.

Bevölkerung:

Kamerun hat 23,7 Mio. Einwohner (Stand 2015). 43 Prozent der kamerunischen Bevölkerung ist weniger als 15 Jahre alt. Ethnisch gliedert sich das Land in 286 verschiedene Volks- und Sprachgruppen. In Kamerun sind rund 70  Prozent der Bevölkerung Christen, 21 Prozent der Einwohner sind Muslime. Die meisten Muslime leben in den nördlichen Regionen des Landes, deren Städte inzwischen stark durch den Islam geprägt sind. Nur noch ca. 5 Prozent sind Anhänger traditioneller west- und zentralafrikanischer Religionen, wobei Elemente des Animismus auch das Denken vieler Anhänger anderer Religionen durchdringen.

Impressionen:

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